Kooperative Gesamtschule Norderney
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Februar 2012
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Bereich: Schüleraustausch

Unser Austausch 2011 mit der Partnerschule "Coombe Girls' School" in New Malden bei London begann mit dem Besuch von 19 jungen Engländerinnen in Begleitung ihrer drei Lehrerinnen (Alison Gordon, Karen Gooding und Jaqueline Rudenko) bei uns Ende Juni. Das Programm - Stadtführung mit Manfred Bätje, Wattführung mit Jürgen Rahmel, Schnuppersurfen, Schwimmen in der Welle, Besuch im Nationalparkhaus, Führung durch das Bademuseum mit Elise Terfehr -vermittelte unseren Gästen einen ganzheitlichen und umfassenden Eindruck von Norderney, wie Miss Gordon am Ende des Besuchs begeistert feststellte.
Da es sich um die letzte Schulwoche unserer Abschlussklassen handelte, bekamen die Engländerinnen auch gleich etwas von unseren schulischen Sitten und Gebräuchen mit, wie z.B. Bonbonwerfen, Abschlussstreich, grosse Fete am Hafen usw. Einen Tag verbrachten sie in Bremen, um auch mal einen Eindruck von einer deutschen Großstadt bekommen zu haben.
Die Stimmung zwischen den deutschen und englischen Schülern war entspannt und freundlich und das Interesse groß, sowohl Sprachkenntnisse auszuprobieren als auch kulturelle Unterschiede festzustellen.

Der herbeigesehnte Gegenbesuch fand im November 2011 statt, eine Woche mit Schulbesuch und Ausflügen in die nahe gelegene Weltstadt London, wider Erwarten bei sonnigem Wetter. Die Unterschiede zu unserer Schule wurden interessiert kommentiert:
Die Coombe Girls' School hat 1500 Schülerinnen; der Schulbetrieb ist straff organisiert; man muss sich als Besucher jeden Tag einschreiben und auch wieder abmelden, wenn man die Schule wieder verlässt; in allen Klassenräumen gibt es Smartboards; Mittagessen bekommt man nur, wenn der Fingerabdruck registriert ist; die Schülerinnen wechseln nach jeder Unterrichtsstunde den Klassenraum; es gibt regelmässige "Assemblys", bei denen die Schülerinnen eines Jahrgangs sich in der Aula versammeln und entweder für sie wichtige Informationen bekommen oder selbst etwas für ihre Mitschülerinnen zur Unterhaltung vorbereitet haben; der Schulunterricht dauert jeden Tag - auch am Freitag - bis 15.30 Uhr; die Schuluniform besteht aus einem dunkelblauen Rock oder Hose und einem dunkelgrünem Pullover mit Schulenblem; es gibt wie bei Harry Potter sogenannte "Häuser", benannt nach den Planeten und mit Farben gekennzeichnet auf der Uniform, und jede Schülerin gehört einem dieser Häuser an, die bestimmte Lehrerinnen als Tutorinnen haben und gemeinsame Aktivitäten durchführen.

Natürlich waren unsere Ausflüge in die Londoner Innenstadt am Dienstag und Donnerstag unserer Austauschwoche nicht minder interessant, denn die ganzen berühmten Bauwerke und sonstigen Sehenswürdigkeiten, die man aus dem Schulbuch schon lange kennt, sind noch viel eindrucksvoller, wenn man sie in Natura sieht. Besonders ist hier Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett zu nennen, welches mit Schülern absolut lohnenswert, wenn auch sündhaft teuer ist.
Da die grossen Londoner Museen zumeist kostenlos sind, kann man auch mal kurz in das riesige Naturkundemuseum gehen, dort die lebensgrosse, sich bewegende und unheimliche Geräusche von sich gebende Simulation des Tyrannosaurus Rex besichtigen und sich gleich darauf wieder ins quirlige Londoner Stadtleben stürzen, um das U-Bahn-fahren zu üben.

Eine Woche reicht bei weitem nicht aus, um sich alles Sehenswerte in London anzuschauen, aber das war ja auch nicht das Ziel unseres Austausches. Am wichtigsten war der Austausch zwischen den Jugendlichen und das Abbauen von Berührungsängsten, gepaart mit dem erstaunlichen sprachlichen Fortschritt, der in dieser Woche auf beiden Seiten erzielt wurde. Es wäre schön, wenn die Kontakte sich halten und zu dauerhaften Freundschaften werden würden.